Verhaltenskodex für Lieferanten
(Supplier Code of Conduct)
A. Grundsätze
Alle Geschäftspartner von Curato verpflichten sich, die für sie anwendbaren nationalen Gesetze, Verordnungen, Richt- und Leitlinien, ebenso wie relevante international anerkannte Normen, die OECD-Grundsätze und die Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte einzuhalten. Hierbei sind insbesondere auch die nachfolgenden, nicht abschließend aufgeführten rechtlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Grundprinzipien zu wahren.
B. Verhalten im Wettbewerb
Jeder Geschäftspartner von Curato verpflichtet sich, geschäftliche Entscheidungen ohne Rücksicht auf persönliche Belange allein aufgrund sachlicher und objektiver Kriterien zu treffen und jegliche Form von Interessenkonflikten zu vermeiden.
Alle Geschäftspartner sind verpflichtet, keine wettbewerbswidrigen Informationen auszutauschen und die Bestimmungen des Kartellrechts strikt einzuhalten.
I. Korruptionsvermeidung
Jeder Geschäftspartner von Curato verpflichtet sich, Korruption nicht zu tolerieren und somit die internationalen und lokalen Anti-Korruptionsgesetze und -standards einzuhalten. Hierunter fallen jegliche Zuwendungen, die an staatliche Hoheitsträger oder sonstige Dritte gezahlt oder diesen angeboten werden, um einen geschäftlichen Vorteil zu erlangen. Auch werden entsprechende Zahlungen oder Zuwendungen von einem Geschäftspartner von Curato nicht gefordert oder angeboten.
Dies gilt insbesondere auch für sogenannte „Facilitation Payments“ (Beschleunigungszahlungen), die ausdrücklich untersagt sind. Jeder Geschäftspartner hat geeignete interne Kontrollmechanismen und Schulungen zur Korruptionsprävention einzurichten.
II. Kartell- und Wettbewerbsrecht
Curato erwartet von seinen Geschäftspartnern die Förderung des freien Wettbewerbs. Dies umfasst die Einhaltung sämtlicher wettbewerbsrechtlicher Regeln sowie der entsprechenden nationalen bzw. internationalen Kartellgesetze und der Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb. Jeder Geschäftspartner von Curato verpflichtet sich, nicht an wettbewerbswidrigen Absprachen teilzunehmen und eine eventuell bestehende marktbeherrschende Stellung nicht unter Verletzung der jeweils anwendbaren Wettbewerbsregeln auszunutzen oder zu missbrauchen.
Alle Geschäftspartner sind verpflichtet, potenziell kritische Kontakte mit Wettbewerbern (z. B. bei Verbandsveranstaltungen) zu dokumentieren und gegebenenfalls rechtlich prüfen zu lassen.
III. Geldwäsche
Die Geschäftspartner von Curato befolgen alle Gesetze, die Geldwäsche oder die Finanzierung illegaler oder rechtswidriger Zwecke verbieten. Sie müssen sicherstellen, dass sie ausschließlich mit seriösen Geschäftspartnern Geschäfte machen, d.h. mit Geschäftspartnern, die legale Geschäfte mit Mitteln aus legalen Quellen tätigen.
Curato erwartet von seinen Geschäftspartnern die Implementierung geeigneter Compliance-Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, einschließlich Know-Your-Customer-Verfahren.
IV. Vertraulichkeit und Datenschutz
Jeder Geschäftspartner beachtet den geltenden datenschutzrechtlichen Ordnungsrahmen. Datenverarbeitung erfolgt nur in dem transparenterweise erforderlichen Umfang. Die Rechte auf Auskunft und Berichtigung sowie gegebenenfalls auf Widerspruch, Sperrung und Löschung sind zu wahren.
Geschäftspartner haben geeignete technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO zu implementieren, um personenbezogene Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
V. Export und Import
Jeder Geschäftspartner verpflichtet sich, den einschlägigen nationalen, europäischen und internationalen Import- und Export-Kontrollgesetzen, insbesondere Sanktionen, Embargos und andere Regularien und Gesetzen zu entsprechen.
Curato erwartet, dass Geschäftspartner über geeignete Compliance-Prozesse verfügen, um Verstöße gegen Exportkontroll- und Sanktionsvorschriften zu vermeiden.
C. Unternehmerische Verantwortung
Curato verpflichtet sich zur Einhaltung der von der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organisation [ILO]) empfohlenen Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen.
Curato erwartet von seinen Geschäftspartnern, die für sie geltenden arbeitsrechtlichen Regelungen zu befolgen und für ihre Mitarbeiter ebenfalls die von der Internationalen Arbeitsorganisation empfohlenen Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Dies schließt das Verbot von Diskriminierung, die Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und die Achtung der Vereinigungsfreiheit ein.
I. Umgang mit Kinderarbeit
Jeder Geschäftspartner beachtet die Regelungen der Vereinten Nationen zu Menschen- und Kinderrechten und beschäftigt keine Mitarbeiter unter 16 Jahren. Sieht eine nationale Regelung betreffend Kinderarbeit strengere Maßstäbe vor, so hat der Geschäftspartner diese vorrangig zu beachten.
Geschäftspartner müssen geeignete Kontrollmechanismen einführen, um Kinderarbeit in ihren Lieferketten zu verhindern.
II. Umgang mit Zwangsarbeit
Jegliche Form von Zwangs- und Pflichtarbeit wird nicht toleriert. Dies bedeutet, dass der Geschäftspartner keine Arbeitsleistung nutzt, die unfreiwillig unter Androhung von Strafe zustande gekommen ist, einschließlich erzwungener Überstunden, Schuldknechtschaft, Gefangenenzwangsarbeit, Sklaverei oder Leibeigenschaft. Jeder Geschäftspartner verpflichtet sich darüber hinaus, gegen Zwangs- und Pflichtarbeit vorzugehen. Dies umfasst auch Maßnahmen gegen moderne Sklaverei, Menschenhandel und Ausbeutung in vorgelagerten Lieferketten.
Dementsprechend erwartet Curato, dass jeder Geschäftspartner seine Mitarbeiter mit Würde und Respekt behandelt. Sanktionen, Bußgelder, sonstige Strafen oder Disziplinarmaßnahmen dürfen nur im Einklang mit geltenden nationalen und internationalen Normen sowie den Menschenrechten erfolgen.
III. Diskriminierung und Belästigung
Jeder Geschäftspartner muss Chancengleichheit und Gleichbehandlung gewährleisten, ungeachtet der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Religion, der politischen Meinung, der Nationalität, der sozialen Herkunft oder anderer Unterscheidungsmerkmale.
Jeder Geschäftspartner stellt sicher, dass kein Beschäftigter verbaler, psychischer, sexueller und/oder körperlicher Gewalt, Nötigung oder ähnlichen Belästigungen ausgesetzt wird. Einschüchterungen durch den Arbeitgeber sind streng verboten.
Curato erwartet zudem, dass Geschäftspartner ein internes Beschwerdesystem für Diskriminierungs- oder Belästigungsvorfälle einrichten.
IV. Löhne und Sozialleistungen
Jeder Geschäftspartner von Curato hat seinen Mitarbeitern einen angemessenen Lohn zu zahlen, der mindestens den in der jeweiligen Region gesetzlich bzw. tariflich festgelegten Mindestlöhnen entspricht und die jeweils anwendbaren gesetzlichen Vorgaben zu den Arbeitszeiten einzuhalten. Gesetzlich unbegründete Lohnabzüge sind nicht gestattet. Zudem sollen berufliche Fähigkeiten der Mitarbeiter auf allen Ebenen durch geeignete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden.
Darüber hinaus sollen Geschäftspartner faire Vergütungspraktiken fördern und Schulungen zur Qualifikation und Entwicklung der Mitarbeitenden anbieten.
V. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Jeder Geschäftspartner hat die für ihn geltenden Vorschriften zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit einzuhalten.
Von unserem Geschäftspartner erwarten wir, dass er alle erforderlichen Maßnahmen für ein sicheres, gesundes und hygienisches Arbeitsumfeld ergreift. Zu diesen Maßnahmen gehören für Curato unter anderem regelmäßige Risikoanalysen, Schutzmaßnahmen bei dem Umgang mit Gefahrstoffen, Arbeitsschutzvorrichtungen an Maschinen und einschlägige Mitarbeiterschulungen.
Dabei sind international anerkannte Arbeitssicherheit- und Sozialstandards einzuhalten (u. a. Bereitstellen von Sozialräumen und Wasser (Trinkwasserqualität)). Darüber hinaus unterstützt jeder Geschäftspartner eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitswelt.
VI. Gewerkschaften, Arbeitnehmervertretung und Beschwerdemechanismen
Soweit regional gesetzlich zulässig, hat jeder Geschäftspartner das Grundrecht seiner Mitarbeiter, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen zu bilden und diesen beizutreten, anzuerkennen und zu gewährleisten. Die Gründung, der Beitritt und die Mitgliedschaft zu einer Gewerkschaft darf nicht zu einer Benachteiligung führen.
Eine Einführung von Mitteilungs- und Beschwerdemechanismen ist wünschenswert.
VII. Eigentumsrechte indigener Völker
Die Geschäftspartner verpflichten sich, widerrechtliche Zwangsräumungen und den widerrechtlichen Entzug von Land, von Wäldern und Gewässern bei dem Erwerb, der Bebauung oder anderweitigen Nutzung von Land, Wäldern und Gewässern, deren Nutzung die Lebensgrundlage einer Person sichert, ausdrücklich abzulehnen.
VIII. Nutzung privater oder öffentlicher Sicherheitskräfte
Sofern Geschäftspartner private oder öffentliche Sicherheitskräfte zum Schutz des unternehmerischen Projekts beauftragen oder nutzen, ist eine Unterweisung oder Kontrolle seitens des Unternehmens sichergestellt, sodass international anerkannte Menschenrechte eingehalten werden.
D. Verhalten gegenüber der Umwelt
Curato will in allen Produktkategorien und Dienstleistungen das Bestmögliche leisten, ohne dabei seine ökologische Verantwortung zu vernachlässigen. In dem Bewusstsein, dass nur durch einen nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz unter Beachtung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften die natürlichen Ressourcen dauerhaft geschützt und bewahrt werden können, legen wir Wert auf eine umweltgerechte und nachhaltige Produktion, um einen Beitrag zur Zukunftssicherung zu leisten. Geschäftspartner werden aufgefordert, Umweltschutzmanagementsysteme (z. B. ISO 14001) zu implementieren und regelmäßig Umweltziele zu überprüfen.
I. Umwelt und Klimaschutz
Curato erwartet von jedem Geschäftspartner die sichere und umweltverträgliche Entwicklung sowie Herstellung von Produkten ebenso wie deren Verpackung und Transport. Dazu gehören z. B.: eine Bewertung der eigenen Umweltauswirkungen, Managementsysteme (z.B.: nach ISO 14001 oder ein gleichwertiges System) oder Steigerung der Ressourceneffizienz.
Es wird erwartet, dass jeder Geschäftspartner Verfahren und Systeme unterhält, die die Nutzung aller relevanten Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe nachhaltig optimieren.
II. Abfall und Emissionen
Es wird erwartet, dass jeder Geschäftspartner mindestens Verfahren und Systeme vorhält, die die Sicherheit der Handhabung, des Transports, der Lagerung, des Recyclings, der Wiederverwendung und des Managements von Rohstoffen, Materialien und Abfällen gewährleisten.
Jeder Geschäftspartner verpflichtet sich, durch entsprechende Maßnahmen negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt zu verhindern bzw. zu minimieren.
Die Geschäftspartner müssen insbesondere:
(1) die Anforderungen des Minamata-Übereinkommens bei der Herstellung von quecksilberhaltigen Produkten, bei der Verwendung von Quecksilber in Herstellungsverfahren und bei der Behandlung von Quecksilberabfällen einhalten,
(2) die Beschränkungen des Stockholmer Übereinkommens über die Herstellung und Verwendung persistenter organischer Schadstoffe (POP) und deren nicht umweltverträgliche Handhabung und Entsorgung einhalten und
(3) die nach dem Basler Übereinkommen verbotene grenzüberschreitende Verbringung (Ein- und Ausfuhr) von gefährlichen Abfällen unterlassen.
III. Prozesssicherheit
Es wird erwartet, dass jeder Geschäftspartner ein Managementsystem zur Steuerung von Arbeitsprozessen unter Berücksichtigung von anerkannten Sicherheitsstandards einsetzt. Ggf. sind spezifische Risikoanalysen für Anlagen durchzuführen. Bei allen Anlagen soll jeder Geschäftspartner Maßnahmen zur Vorbeugung von Zwischenfällen, wie z.B. dem Austreten von Chemikalien und/oder Explosionen, treffen.
E. Produktverantwortung
I. Produktsicherheit
Jeder Geschäftspartner verpflichtet sich, Curato für den beabsichtigten Verwendungszweck unbedenkliche Produkte anzubieten und darüber hinaus alle relevanten Produktinformationen, insbesondere zur Zusammensetzung, zur Nutzung (Sicherheitsdatenblätter, Verarbeitungshinweise bzw. Montageanleitungen sowie Arbeitsschutzmaßnahmen) und ggf. zur Entsorgung seiner Produkte rechtzeitig vor der Lieferung/Leistung zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren verpflichtet sich jeder Geschäftspartner, zusätzlich auf Anfrage spezifische Dokumente zur Verfügung zu stellen. Bei sicherheitsrelevanten Änderungen oder Risiken ist Curato unverzüglich zu informieren.
II. Klinische Studien und Tierschutz
Es wird erwartet, dass jeder Geschäftspartner klinische Studien und/oder Tier-versuche nur im Einklang mit internationalen Richtlinien und geltenden nationalen und lokalen Bestimmungen durchführt und auf das absolut erforderliche Minimum beschränkt.
III. Konfliktmineralien
Jeder Geschäftspartner stellt sicher, dass keine Produkte an Curato geliefert werden, die Metalle enthalten, deren Ausgangsmineralien bzw. Derivate aus Konflikt- und Hochrisikogebieten stammen, wo sie direkt oder indirekt zur Finanzierung oder Unterstützung bewaffneter Gruppierungen beitragen oder nicht den sozialen Erwartungen entsprechen. Es gilt die aktuelle EU- Verordnung zur Festlegung von Pflichten zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette.
F. Einhaltung des Curato Supplier Code of Conduct
Curato erwartet von seinen Geschäftspartnern die Einhaltung des Curato Supplier Code of Conduct. Bei Beginn oder der Verlängerung der Vertragsbeziehung mit Curato hat jeder Geschäftspartner zu erklären, die in diesem Supplier Code of Conduct niedergelegten Verhaltensvorgaben zu befolgen.
Die Verletzung der in diesem Supplier Code of Conduct niedergelegten Verhaltensvorgaben durch einen Geschäftspartner kann die geschäftliche Beziehung mit Curato gefährden und zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.
I. Information und Kommunikation
Dieser Verhaltenskodex soll von jedem Geschäftspartner in seinen Organisationen kommuniziert werden.
II. Monitoring
Curato behält sich das Recht vor, die Einhaltung der vorstehenden genannten Anforderungen entweder durch Curato selbst, durch unabhängige Dritte im Rahmen von Audits oder durch Einsicht in offizielle Zertifizierungen zu überprüfen.
G. Whistleblowing-System
Zur Stärkung des Compliance-Systems hat Curato ein Whistleblowing-System installiert (https://portal.bdolegal-whistleblower.de/). Geschäftspartner können Verstöße gegen den Supplier Code of Conduct, insbesondere Verdachtsfälle von Korruption, Wirtschaftskriminalität, Verletzungen der Menschenrechte, Verstößen gegen den Umweltschutz oder ähnlich schwere Unregelmäßigkeiten, hierüber Curato melden. Eine vertrauliche Behandlung ist gewährleistet.
Stand der Bearbeitung
Februar 2026

